Die Sauterelles Story

Neuer Drummer und neuer Bassist

1966

Drummer Jürg Stocker will sich beruflich verändern und bei der Band aussteigen. Düde (Kurt) Dürst wird der neue Drummer bei Les Sauterelles. Toni hatte ihn bei den Counts gehört und findet es: «... phänomenal, wie der auf die Pauke haut!»

Freddy Mangili ist zwar unterdessen wieder zurück, aber eine weitere Zusammenarbeit mit ihm ist schwierig geworden. Aushilfs-Bassist Heinz Ernst steigt nun definitiv bei der Band ein.

Die Sauterelles sind dauernd unterwegs, nicht nur in Beat-Schuppen, sondern auch als «Show-Act» in Hotels, Dancings etc. In Davos spielen sie in der Pause des «Spengler-Cup» auf dem Dach des Eis-Stadions. Endspiel und «Pausen-Musik» der Sauterelles werden durch die Eurovision in ganz Europa ausgestrahlt.

Im März erscheint die erste Nummer des POP. Les Sauterelles zieren das Front Cover und eine 12-seitige Story berichtet ausführlich über sie. Ihre Schweiz-Österreich-Tour mit den Kinks bringt ihnen zusätzliche Popularität.

Im April wird mit dem Jodelkönig Peter Hinnen für eine Tournee durch die Tschechoslowakei geprobt, diese beginnt am 1. Mai. Noch bevor Les Sauterelles in die CSSR reisen wird im Salmen Schlieren die Single «I Love How You Love Me / Janet» aufgenommen.

Ein neuer Gitarrist und es wird immer internationaler

Nach einem zehntägigen Gastspiel im «Café Atlantis» Basel erklärt Bruno Merz der Band, dass er aussteigen will. Als Ersatz kommt Rolf Antener, Ex-Lead-Gitarrist der Basler Gruppe «The Dynamites». Für Toni ist das eine gewaltige Erleichterung: Er kann den Job als Lead-Gitarrist beiseite legen und sich voll auf den Gesang konzentrieren. Rolf spielt fantastisch Lead-Gitarre und Toni ist ein vielseitiger und versierter Rhythmus-Gitarrist und so macht das musikalische Niveau der Band einen «Quanten-Sprung»!

Die Band ist dauernd «on the road», spielt ein längeres Gastspiel im legendären «Star-Club» in Hamburg; in Süd-Frankreich; im berühmten «Piper-Club» in Milano und im angesagten «Griffins Club» in Genf, wo auch Mireille Mathieu, Jaques Dutronc etc. an denselben Abenden auftreten.

Sie gehen mit dem französischen, stets Blumenhemden tragenden «Überflieger» Antoine, zusammen mit der italienischen Pop-Gruppe New Dada, auf grosse Italien-Tournee.

Dazwischen finden sie sogar noch Zeit, neue Songs zu schreiben und gehen im September wieder ins Studio im Salmen Schlieren und produzieren mit Schützenhilfe von Hardy Hepp und vielen musikalischen Gästen ihr Album «Les Sauterelles». Später werden zwei dieser Songs im Studio in der Mailänder «Basilica» für eine Single in italienischer Sprache aufgenommen: «Senza Di Te / Routine». Das Jahr beschliessen sie in Frankreich, in einem Club in Dijon.

1967

1967 beginnt mit einem einmonatigen Gastspiel im Beat-Café «City Centre» in Biel. Jeweils am Wochenende werden noch zusätzliche «Mitternachts-Shows» im Raum Zürich gespielt.

Im Februar kracht es im Gebälk der Band: Toni kündigt und soll durch Hardy Hepp ersetzt werden, doch man rauft sich wieder zusammen und alles bleibt beim Alten. Und weiter geht’s ins Tessin und wieder nach Milano.

Am 10. März veröffentlicht «POP» eine Single. Die Leser durften bestimmen: welche Band und welche Titel. Sie wählten Les Sauterelles und die Titel «Hey Girl» und «Routine».

In Milano werden drei Songs in italienischer Sprache aufgenommen: «Aiuto... va sempre male!», «Il quinto non lo paghi» und «Bruccerai». Die ersten beiden «landen» auf der kommenden Single.

Im Vorprogramm der Rolling Stones und «Monster-Tour» durch Italien

Am 14. April spielen Les Sauterelles im Vorprogramm unmittelbar vor den Rolling Stones im Hallenstadion in Zürich!

Anschliessend geht es auf eine zweite Tournee durch die CSSR, diesmal aber als Headliner, mit der tschechischen Gruppe «The Matadors» als Vorband.

Nahtlos geht’s im Mai auf die Monster-Tour «Canta Giro», die sie zusammen mit der Crème de la Crème der italienischen Musikszene in drei Wochen von Sizilien aus durch ganz Italien führt, mit Auftritten in Stadien mit bis zu 250'000 Zuschauern! Adriano Celentano, Rita Pavone, Patty Bravo, Richi Majoggi, Boby Solo etc., sie alle sind dabei.

Italien ade – Manager ade – Enzo ade

Nach Gastspielen in der Schweiz folgt eine weitere Italien-Tournee, diesmal mit Adamo. Leider müssen Les Sauterelles die Tour mittendrin abbrechen, weil Roadie «Turli», der einzige Autofahrer der Band, erkrankt. Ohne eine Gage für den bereits absolvierten Teil der Tour müssen sie in die Schweiz zurückkehren und nutzen die unfreiwillige Pause für Proben zu einem total neuen Repertoire, in welchem auch ein Teil der eben erst erschienen Beatles-LP «Sgt. Pepper’s» eins zu eins übernommen wird.

Papierblumen werden gebastelt und die Sauterelles feiern mit Körperbemalung und neuem Programm eine fulminante Premiere in ihrem Lieblings-Club, dem «Café Atlantis» in Basel. «Flower-Power» und «All you need is love» sind angesagt!

Unterdessen haben sich Les Sauterelles von ihrem Manager Freddy Burger getrennt, d.h. den exklusiven Managements-Vertrag gekündigt. Burger arbeitet aber weiterhin als Agent für die Band, jedoch nicht mehr exklusiv.

Heinz Ernst, der in Italien unterdessen zu «Enzo» geworden ist, will die Sauterelles verlassen. Es sind private Gründe. Er heiratet bald! Aber viel, viel später wird er als «Webmaster» die Sauterelles-Webseite betreuen (danke Enzo!).

Willy Oechslin übernimmt den Job an den «tiefen Saiten» und fährt mit der Band nach München, wo sie bis Ende Jahr im angesagten «PN Hit-House» ihre «Flower-Power-Show» zelebrieren. Papierblumen und Körperbemalung kommen an der grossen Silvester-Party im weltberühmten «Palace» in St. Moritz ein letztes Mal zum Einsatz.